Ablauf

Keine Sache von vier Wochen

Die Ausbildung zum Segelflugzeugpiloten dauert im Verein etwa zwei Jahre. Dabei ist ein Flugschüler aber schon während der Ausbildung Pilot! Wenn ein Fluglehrer am Platz ist, darf er bald alleine fliegen, aber keine Passagiere mitnehmen. Der Erwerb der Lizenz bedeutet dann nur noch, dass diese Beschränkungen wegfallen.

Anders als beim Führerschein, bei dem der Inhaber Fahranfänger ist, beschließt der Flugschüler seine Ausbildung als vollwertiger gut ausgebildeter Pilot.

Die geringen Unfallzahlen im Vergleich zu Paraglidern oder anderen "Funsportarten" geben dieser Strategie recht!

Wenn ihr euch entscheidet, Segelfliegen im Verein zu erlernen, steht euch in etwa folgendes Programm bevor. Es hängt natürlich auch davon ab, wieviel Zeit ihr investieren wollt oder könnt. Man kann es schneller schaffen oder länger brauchen.
Es sind ungefähr folgende Abschnitte abzugrenzen:

1. Jahr

Sommer

Zuerst macht ein Flugschüler im Doppelsitzer mit dem Fluglehrer Flüge, um das Steuern eines Segelflugzeuges zu erlernen. Nach und nach übernimmt er immer mehr Aufgaben, bis der Fluglehrer nur noch zur Sicherheit mitfliegt.
Dann kommt der große Augenblick des ersten Alleinfluges!

Die Stimme des Fluglehrers nur noch im Funk. Ein unvergesslicher Moment, gefolgt von Glück und Stolz etwas Großes geschafft zu haben.

Es folgen Alleinflüge, um die neuerworbene Freiheit zu festigen, aber auch wieder Flüge mit Fluglehrern, um neue fliegerische Fähigkeiten zu erlernen.

Am Ende der ersten Saison könnte schon der Umstieg vom Doppelsitzer auf ein einsitziges Segelflugzeug stehen.

 

 

Winter

Im Winter werden von den Vereinsmitgliedern gemeinsam die Flugzeuge und anderen Gerätschaften auf Vordermann gebracht.
Dabei eröffnen sich für die Flugschüler interessante Einblicke in die Technik und die Zusammenhänge des Fliegens.
Regelmäßig findet ein Theorielehrgang statt, in dem die Fächer Metereologie, Luftrecht, Technik, Navigation und "Verhalten in besonderen Fällen" abgehandelt werden. Darüber hinaus wird ein Sprechfunklehrgang durchgeführt.

Über das erlernte Wissen muss eine schriftliche Theorieprüfung beim Luftamt abgelegt werden. Die Fragen sind im multiple-choice-Modus zu beantworten.
Da es einen begrenzten Fragenkatalog gibt, ist die Prüfung bei guter Vorbereitung kein Problem.
Damit hättet ihr den ersten Teil des Weges zur Lizenz schon hinter euch gebracht!

 

 

 

2. Jahr

Dies ist schon die Prüfungssaison. Der Flugschüler übt und vertieft mit Platzrunden und längeren Übungsflügen allein und mit Fluglehrer sein Können.
Dabei liegt ein Schwerpunkt beim Streckenflug, schließlich will man auch über den Horizont hinaus fliegen. Mit einem Alleinflug über mindestens 50km wird die letzte Voraussetzung für die praktische Prüfung erfüllt.
Im Spätsommer/Frühherbst, wenn ein hoher Trainingsstand erreicht ist, findet dann die praktische Prüfung durch einen amtlichen Prüfer des Luftamtes statt, vergleichbar mit der Fahrprüfung für den Führerschein. Trotz all der Aufregung wird es in der Regel keine Probleme geben, diese zu bestehen. Denn die Ausbildung hat lange gedauert und ist fundiert!
Per Post kommt schließlich die Pilotenlizenz nach Hause und es beginnt die Laufbahn als Scheininhaber.

Weiterbildung

Wer will, kann dann die fliegerische Ausbildung fortsetzen und andere Lizenzen erwerben.

So bietet sich das Motorsegeln als zusätzliche Option an, um auch an Tagen ohne Thermik in die Lüfte entschweben zu können. Segelkunstflug oder die Ausbildung zum Fluglehrer können die fliegerische Karriere fortsetzen.
Viele Berufspiloten haben ihre fliegerische Laufbahn in einem Segelflugzeug begonnen.

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